EFT Legasthenie

Was Eltern tun können (4)

Wenn sich jemand nicht so verhält, wie wir es uns wünschen, dann tendieren wir oft dazu, das Verhalten des anderen verändern zu wollen. Es ist mittlerweile allgemeinhin bekannt, dass die einzige Person, die ich verändern kann, ich selbst bin. Bei all dem Wissen darum, dass dem so ist, renne ich persönlich trotzdem immer wieder gegen diese eine Wand, die mir diese unbequeme Einsicht verwehren will, besonders dann, wenn mich das Verhalten des anderen wirklich stört oder ich es nicht gutheißen kann. Was soll ich dann an mir selbst arbeiten, wenn sich jemand anderes so offensichtlich falsch verhält und ich es doch wirklich besser weiß?

Der erste Schritt könnte das Eingeständnis sein, dass ganz vielleicht der Hauch einer Möglichkeit besteht, dass ich es eventuell und unter Umständen gegebenenfalls doch nicht besser weiß, weil ich auch in der Vergangenheit bestimmt schon mal im Nachhinein festgestellt habe, dass ich etwas nicht so gut gewusst habe, wie ich es zu jenem Zeitpunkt noch geglaubt hatte. Und das ist okay. Wir haben nicht immer alle Informationen. Wir sind aufgrund unserer Erfahrungen nicht immer in der Lage, alles besser zu wissen, nicht mal dann, wenn wir es wirklich gut meinen.

Nun denken wir uns, unser Kind putzt sich nur unter großem Gezeter und mit viel Frust auf beiden Seiten jeden Abend die Zähne. Dann erscheint es uns in dem Moment vermutlich richtig, dass Kind dazuzubringen, sich die Zähne zu putzen, ob es nun will oder nicht, denn auch wenn es das jetzt noch nicht verstehen kann, Zahnersatz ist teuer und der Weg dahin oft schmerzhaft. Wir meinen es gut und das Verhalten des Kindes soll sich bitte ändern.

Was wäre nun aber, wenn wir selbst irgendwann schlechte Erfahrungen mit dem Zähneputzen gemacht haben? Oder wenn ich meine eigenen Ängste vor dem Zahnarzt auf das Kind projiziere oder wenn ich von großen oder kleinen Sorgen jeden Abend so abgelenkt bin, dass ich mich gar nicht wirklich meinem Kind widme und das Zähneputz-Theater nur eine Bestätigung dessen ist, dass alles immer schwer und anstrengend sein muss? Was wäre, wenn mein Kind mir nur unbewusst durch sein Verhalten etwas spiegeln würde?

Egal, ob das Kind in der Schule gemobbt wird oder die Hausaufgaben nicht machen will, egal, ob es frech ist oder nicht im Haushalt hilft, egal, ob es lügt oder um sich haut, es lohnt sich immer zuerst die Frage: „Was macht das mit mir?“ Es kann Erstaunliches dabei zu Tage kommen, was in einem so brodelt und bei manchen fließen dann sogar Tränen, weil der eigene Anteil, den man so lange ausgeblendet hat, endlich angesehen wird.

Bei aller Liebe und guten Intentionen für das Kind sollten die Liebe und guten Intentionen für einen selbst nicht fehlen. Und wenn ich emotional wieder etwas mehr in Einklang gekommen bin, ist auch mein Gegenüber oft wieder entspannter. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass es einem trotz Zähneputz-Theater etwas besser geht.

Und das Beste zum Schluss: Dabei helfen EFT und das strukturelle Klopfen ganz wunderbar und wenn man erstmal weiß, wie es geht, kann man das prima zu jeder sich bietenden Gelegenheit selbst anwenden.

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