Legasthenie

Geduld

Oft ist das zweite Schuljahr fast rum, wenn die Legasthenie endlich erkannt, offiziell festgestellt und ein Lerntherapie-Platz gefunden wurde. Und dann wird in der dritten Klasse plötzlich nochmal ein Zahn zugelegt und die Kinder haben mehr Hausaufgaben und der Unterrichtsstoff wird schwerer.

Das kann sich manchmal schon nahezu bedrohlich für die Eltern anfühlen, wenn dann in der Legasthenie-Therapie plötzlich erstmal entspannt über die Vokale gesprochen wird und geduldig Silbenbögen unter jedes noch so kurze Wort gemalt werden, während immer schwierigere Texte in der Schule drangenommen werden und das Kind nicht immer mitkommt. Dass das nicht leicht zu beobachten ist, kann ich gut nachvollziehen. Man will ja schließlich das Beste für das Kind. Und das auch gerne schnell.

Das Beste ist an der Stelle allerdings, die Basis ordentlich aufzubauen und nichts zu überspringen. Überforderung hat das Kind zudem in der Schule schon genug, die braucht es also nicht auch noch in der Lerntherapie – da darf es Erfolgserlebnisse haben. Schließlich sind die richtige Einstellung und was man von sich selbst glaubt nicht unerheblich dabei, erfolgreich durchs Leben zu gehen – egal, wie man Erfolg für sich definiert.

Vertrauen in das Kind und in den Prozess und dazu eine gute Schippe Geduld sind die besten Voraussetzungen dafür, dass es am Ende dann doch schneller geht, als zu Beginn befürchtet. Ehrlich.

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